Herausforderung "MFGZ Formation ten-ship" | Motorfluggruppe Zürich MFGZ

Herausforderung "MFGZ Formation ten-ship"


21. Oktober 2018

Herausforderung "MFGZ Formation ten-ship"

Für den Formationsflug der MFGZ-Flotte bedurfte es einer aufwendigen Vorbereitung. Vorstandsmitglied Oliver Möhl hatte als Projektleiter die Fäden in der Hand. Im Interview erzählt er, was er und sein Team tun mussten, um diesen aussergewöhnlichen Flug zu stemmen.

10 Flugzeuge in Formation über Dübendorf. In Zeiten von Slotknappheit und Kapazitätsengpässen in Zürich würde man meinen, das sei ein utopisches Projekt. Wie habt ihr das geschafft?

Die Idee habe ich zunächst mit zwei bis drei Mitarbeitern von Flughafen und Skyguide kurz besprochen. Alsdann reichten wir einen formellen Antrag "Request for coordination of special serial activities" ein, der von verschiedenen Stellen geprüft wurde. Vermutlich hat zunächst unsere seriöse Planung zur positiven Beurteilung beigetragen. Die MFGZ hatte aber auch guten Grund zu feiern: Wir sind 20 Jahre älter als der Flughafen Zürich selber ;-) Ich glaube, wir sollten ruhig mit Selbstvertrauen in die Zukunft blicken. Unser Club spielt als aviatischer Interessenvertreter und als Ausbildungsorganisation eine wichtige Rolle im heutigen Umfeld des stetig wachsenden Luftverkehrs.

 

Neben der Bewilligung der Partner war aber auch Unterstützung von innerhalb des Clubs nötig. Wie habt ihr euch aufgeteilt?

Zunächst möchte ich mich speziell bei zwei Fluglehrerkollegen bedanken, die mindestens so viel zum Gelingen dieses Fluges beigetragen haben wie ich. Unser Chef OPS, Andreas Carl, erstellte das Grundkonzept, liess seine Erfahrung aus einem Formationsflugkurs einfliessen und sorgte dafür, dass die gesamte Flotte technisch und organisatorisch zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stand. Unser Fluglehrer und Militärpilot Christoph Fankhauser unterstützte uns während den Vorbereitungen als Coach. Dank seiner Erfahrung bei der Organisation von Formationsflügen konnten wir das 25-seitige Planungspapier in mehreren Feedbackrunden stetig verbessern.

 

Einen solchen Formationsflug gab es im Club wohl noch nie. Wie habt ihr euch auf diesen speziellen Flug vorbereitet?

Aus ressourcentechnischen Gründen konnten wir den Flug nicht separat trainieren. Deshalb waren wir darauf angewiesen, dass sich alle beteiligten Piloten über alle fünf Phasen hinweg diszipliniert engagierten: 1) Intensives Selbststudium der Planungsunterlagen, 2) Umfassendes Briefing, 3) Abschreiten des Fluges auf dem Parkplatz hinter dem GAC, 4) Halbstündiges Formationsflugtraining über dem Zürcher Oberland, 5) Live-Einsatz über Dübendorf.

 

Wie hast du den Flug persönlich erlebt?

Der Formationsflug erfordert sowohl von den Leadern als auch von den Wingmen grosse Aufmerksamkeit und Konzentration. Ein kurzer Moment der Ablenkung wirkt sich sofort auf die gesamte Formation aus. Deshalb war es für mich wichtig, einen Fluglehrerkollegen bei mir zu haben, der den fliegerischen Teil übernahm. Dies erlaubte mir als Gesamtleader auf dem rechten Sitz des vordersten Flugzeugs, den Flugweg zu gestalten, die Formation auf der Company-Frequenz zu koordinieren, sowie die ATC-Funkverbindung für die ganze Formation „MFGZ 10-ship" zu übernehmen. Als wir in Formation über den Hangar 11 flogen, erfüllte mich das mit Freude und Dankbarkeit. Die MFGZ hat uns allen über so viele Jahre schon tolle Momente geschenkt.

 

Der Formationsflug zum Jubiläum war nicht nur spektakulär, sondern auch frei von Pannen.

Ich bin sehr froh, dass dieser Jubiläumsflug ohne Zwischenfälle vollumfänglich gelungen ist. Für mich persönlich ging es bei diesem Unterfangen neben dem Spass und der fliegerischen Herausforderung vor allem auch um das Aussenden dreier Botschaften an die Öffentlichkeit. Erstens, dass es höchste Zeit ist, dass die MFGZ wieder zu ihrer ursprünglichen Basis Dübendorf zurückkehren kann. Zweitens, dass die MFGZ insbesondere als Pilotenausbildungsstätte eine wichtige Funktion innerhalb der Schweizerischen Aviatik erfüllt. Und drittens, dass auch die General Aviation „professionell" betrieben werden muss. Detaillierte Vorbereitung und disziplinierte Durchführung sind bei jedem Flug essentiell.


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